Ein Shop-Relaunch ist kein „neues Design drauf“ – es ist ein Betriebssystem-Wechsel. Produkte, Kunden, Bestellhistorie, Zahlungsanbieter und Google-Rankings hängen davon ab, ob die Migration sauber geplant ist.
Wir begleiten Shopware-Projekte u. a. für E-Commerce-Kunden – hier die Checkliste, die wir vor jedem Go-live durchgehen.
Phase 1: Bestandsaufnahme (Woche 1–2)
- Shopware-Version und Extensions inventarisieren
- Custom Plugins / Theme-Abhängigkeiten dokumentieren
- Zahlungsanbieter (PayPal, Klarna, etc.) und Verträge prüfen
- Versandlogik, Steuersätze, Kundengruppen (B2B!) erfassen
- SEO: Top-URLs, Rankings, strukturierte Daten exportieren (GSC)
- ERP/Warenwirtschaft-Schnittstellen kartieren
Phase 2: Zielarchitektur (Woche 2–4)
- Shopware 6 Hosting (Performance, Staging, Backups)
- Theme: individuell vs. Premium-Theme – Performance testen
- B2B-Funktionen: Staffelpreise, Login, individuelle Kataloge
- Redirect-Matrix: alte URL → neue URL (301, nicht 302)
- Medien-Strategie: Bilder optimieren (WebP), Alt-Texte migrieren
Mehr zu Shopware: E-Commerce & Onlineshops.
Phase 3: Datenmigration (Woche 4–8)
- Produkte inkl. Varianten, Eigenschaften, Cross-Selling
- Kategorien und SEO-URLs (sprechende Pfade beibehalten!)
- Kunden und Adressen (DSGVO: Einwilligungen!)
- Bestellhistorie – je nach Anforderung
- CMS-Seiten (AGB, Versand, Über uns)
- Testbestellungen in Staging mit echten Zahlungs-Sandbox
Phase 4: SEO & Performance vor Go-live
- Core Web Vitals auf Staging messen (Mobile!)
- Schema.org Product/Offer validieren
- Canonicals, hreflang (falls mehrsprachig)
- robots.txt und sitemap.xml des Shops
- 404-Monitoring vorbereiten
- Google Search Console: neue Property oder URL-Präfix
Ranking-Verlust vermeiden: Keine Massen-URL-Änderungen ohne 301. Top-20-URLs aus GSC manuell prüfen.
Phase 5: Go-live (Cutover)
- Wartungsfenster kommunizieren (kurz halten)
- DNS/SSL final
- Zahlungsanbieter auf Live-Modus
- Redirects aktivieren und stichprobenartig testen
- Erste Testbestellung live
- Monitoring: Fehler, Ladezeit, Checkout-Abbrüche
Referenz: deusanté Webshop – Shopware mit Conversion-Fokus.
Phase 6: Nach Go-live (30 Tage)
- GSC: Indexierung und Crawl-Fehler beobachten
- 404-Log auswerten, Redirects nachziehen
- Conversion-Rate vs. Vorsystem vergleichen
- Schulung für Redakteure (Produkte, Aktionen)
- Update- und Backup-Routine dokumentieren
Typische Fehler (und wie Sie sie vermeiden)
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| URLs geändert ohne Redirect | Ranking-Einbruch | 301-Matrix vor Launch |
| Plugins „irgendwie“ nachgebaut | Checkout bricht | Kritische Extensions zuerst |
| Kein Staging | Go-live-Chaos | Parallele Umgebung |
| Bilder 1:1 migriert | Langsame Ladezeit | Optimierung in Migration |
| B2B-Preise vergessen | Kunden sehen falsche Preise | Kundengruppen-Tests |
Kostenrahmen Migration (Orientierung)
| Umfang | Rahmen netto |
|---|---|
| Kleiner Katalog (<500 SKUs), Standard-Theme | 8.000–15.000 € |
| Mittlerer Shop + B2B + ERP-Anbindung | 15.000–35.000 € |
| Komplex, viele Custom-Features | individuell |
Fazit
Shopware-Migration ist ein Projekt mit SEO- und Betriebsrisiko – planbar, wenn Sie Checklisten ernst nehmen. Wer nur „schnell neu“ will, zahlt oft doppelt: einmal beim Launch, einmal bei verlorenen Rankings.
Nächster Schritt: E-Commerce · API & Integration · Erstgespräch buchen
Gründer & Entwicklung
Gründer von antbit – Web, Software und KI aus Ulm. Schwerpunkte: Individualsoftware, KI-Plattformen (Heytoni) und Managed IT für den Mittelstand.
Mehr über den AutorIndividualsoftware für Digitalisierung?
20 Minuten kostenlos – wir rechnen ROI & Machbarkeit sauber durch und zeigen, wo Standardsoftware nicht reicht.